Wissenschaftliche:r Mitarbeiter:in (m/w/d) Themenfeld "Numisnautik"

Leibniz-gemeinschaft – Bremerhaven

Wissenschaftliche:r Mitarbeiter:in (m/w/d) Themenfeld "Numisnautik"

Deutsches Schifffahrtsmuseum - Leibniz-Institut für Maritime Geschichte (DSM), Bremerhaven

Das Deutsche Schifffahrtsmuseum – Leibniz-Institut für Maritime Geschichte (DSM) ist eines von acht Forschungsmuseen der Leibniz-Gemeinschaft. Das Ausstellungs- und Forschungsprogramm stellt die Untersuchung maritimer Technologien und die Beziehung zwischen Mensch und Meer in den Fokus. Mit rund 100 Mitarbeitenden und Auszubildenden sowie ca. 8000 Quadratmetern Ausstellungsfläche zählt es zu den größten maritimen Museen Europas.

Im DFG-geförderten Forschungsprojekt „Digitalisierung und Erschließung der Sammlung von Münzen, Medaillen, Papiergeld und Siegelkopien des Deutschen Schifffahrtsmuseums - Leibniz-Institut für Maritime Geschichte (DSM) und des Historischen Museums Bremerhaven“ ist ab 01.08.2026 eine Stelle als

Wissenschaftliche:r Mitarbeiter:in (m/w/d) im Themenfeld „Numisnautik“

(TV-L 13, 75%, befristet bis 31.10.2028)

zu besetzen.

Die Darstellung maritimer Themen findet sich häufig in Kleinkunstwerken, besonders auf Münzen, Medaillen, Siegeln und Papiergeld. Der Bremerhavener Schifffahrtshistoriker Wolf Mueller-Reichau prägte hierfür 1969 den Begriff der „Numisnautik“. Epochen- und Kulturübergreifend werden hierin bis heute gleichzeitig symbolische und ideelle Aspekte der künstlerisch gestalteten Ausfertigung sichtbar. Nautische Motive dienen dabei z.B. als Metaphern zur Darstellung von Personen oder ihrer Herrschaft. Durch die Münzen des Historischen Museums werden zudem neben Informationen zu Handel und geschichtlichem Wandel des Gebiets an der Wesermündung etwa noch Informationen zum Gebrauch der Münzen oder der Datierung von Fundkontexten geliefert. Das DSM und das Historische Museum verfügen über einen in diesem Bereich einschlägigen überregionalen Sammlungsbestand von der Antike bis zur Neuzeit.

Das DSM und das Historische Museum Bremerhaven schaffen mittels der digitalen Erfassung und Erschließung dieser Bestände Grundlagen für eine weitere Beforschung durch unterschiedliche Fachdisziplinen wie Numismatik, Archäologie, Geschichte und Kunstgeschichte. Das Projekt gliedert sich ein in die sammlungsbezogene Forschungsabteilung des DSM. Dieser Programmbereich II »Schiffe als Wissensspeicher« widmet sich in technik-, kultur-, und medienwissenschaftlicher Perspektive Begriffen und Konzepten ›materieller Kultur‹ unter den Bedingungen einer umfassenden Digitalität. Dazu betreut, entwickelt und reflektiert der Programmbereich auch die integrierte Implementation computergestützter Anwendungen für eine zukunftsorientierte Aufstellung der Sammlung des DSM unter den Aspekten ihrer Bewahrung, Präsentation, Vermittlung und Beforschung. Dies geschieht in enger Anlehnung an das Forschungs-, Sammlungs- und Ausstellungsprogramm des DSM.

Aufgaben

Die/der Stelleninhaber:in koordiniert in Zusammenarbeit mit der Leitung des Programmbereichs II und in enger Abstimmung mit dem Fachbereich Dokumentation und Herkünfte die Arbeitsprozesse des Forschungsprojekts. Sie/er realisiert Workflows für die geordnete digitale Erfassung, Dokumentation und Normdatengerechte Erschließung der genannten Bestände, insbesondere auch im Hinblick auf bildwissenschaftliche Aspekte, sowie Fundzusammenhänge und Verwendungskontexte. Sie /er ist betraut mit der Erstellung, Ergänzung, Überprüfung und Bereinigung von Metadaten und koordiniert hierzu auch Citizen-Science-Projekte mit numismatisch gebildeten Personen aus der breiteren Öffentlichkeit. Sie/er organisiert eigenständig wissenschaftliche Publikumsformate wie Tagungen und Workshops, und entwirft zeitgemäße Formate der Wissenschaftskommunikation für numismatische/numisnautische Themen, die in DSM und HMB umgesetzt werden können (z.B. in Verbindung mit der e-Learning-Plattform numiScience). Sie/er betreut die Open Access-Sichtbarmachung und Nachnutzbarkeit der digitalisierten Bestände über das Portal KENOM (Kooperative Erschließung und Nutzung der Objektdaten von Münzsammlungen) sowie die digitale Sichtbarmachung der Bestände über weitere Plattformen, wie z.B. die Deutsche Digitale Bibliothek. Die Projektdurchführung ist verzahnt mit bestehenden Workflows innerhalb des Programmbereichs II des DSM.

Profil

Gesucht werden Bewerber:innen mit z.B. (kunst-)historischer, bildwissenschaftlicher oder archäologischer Ausrichtung und der Bereitschaft und Fähigkeit zu transdisziplinärem Denken. Sie/er bringt idealerweise einschlägige Erfahrungen in der wissenschaftlichen Arbeit mit numismatischen Themen mit und besitzt belegbare Expertise mit im Umgang mit musealen Dokumentations- und Digitalisierungsprozessen. Sie/er arbeitet eigenverantwortlich und selbstständig und ist zugleich in hohem Maße team- und kooperationsfähig. Sie/er zeichnet sich durch ein hohes Engagement sowie eine verlässliche Arbeits- und Kommunikationsweise aus. Die/der gesuchte Mitarbeiter:in bringt die Fähigkeit und den Willen mit, das Forschungsprojekt im Sinne des Antrags und der Fördergeber exzellent und erfolgreich umzusetzen. Sie/er ist interessiert daran, digitale sammlungs- und ausstellungsbezogene Erkenntnisse für die Präsentation gegenüber einer allgemeinen Öffentlichkeit methodisch innovativ aufzubereiten und zu vermitteln. Sie/er wirkt an der Einrichtung und Betreuung regionaler, überregionaler und internationaler Sammlungsverbundprojekte mit. Es besteht die Möglichkeit zur akademischen Lehre an der Universität Oldenburg und/oder der Universität Bremen.

Gewünschte Qualifikationen

  • Wissenschaftlicher Hochschulabschluss im Bereich der Geistes- und Gesellschaftswissenschaften oder Digital Humanities
  • durch Forschungs-, Projekt-, und/oder Publikationstätigkeit ausgewiesene Kenntnisse im Forschungsfeld Numismatik
  • Arbeitserfahrungen in (musealen) Sammlungen oder Archiven, insbesondere im Umgang mit Objektdokumentation und Museumsdatenbanken
  • Kenntnisse von Metadatenstandards, Datenstrukturstandards und -modellen, die für die Erschließung der Bestände und die digitale Bewahrung relevant sind
  • Praktische Erfahrungen im Umgang mit digitalen Erfassungs- und Analysetechniken sind von Vorteil
  • Interesse an maritimen Themen
  • (internationale) Publikationstätigkeit
  • (internationale) Vernetztheit
  • Ausgezeichnete Deutsch- und Englischkenntnisse in Wort und Schrift

Unser Angebot für Sie

  • Flache Hierarchien und kurze Entscheidungswege
  • Flexible Arbeitszeiten und Remote-Work-Möglichkeiten
  • 30 Tage Jahresurlaub (bei einer 5 Tage-Woche)
  • Betriebliche Altersvorsorge
  • Mitarbeiterbenefits

Interessiert?

Dann freuen wir uns auf Ihre Bewerbung!

Ihre digitale Bewerbung (Anschreiben inkl. Motivationsschreiben (max. 2 Seiten), Lebenslauf, Zeugnisse) senden Sie unter Angabe der Kennziffer 20262 bis spätestens 25.05.2026 an die Personalabteilung. Stellen Sie uns bitte alle Unterlagen gesammelt in einer einzigen PDF-Datei zur Verfügung.

Für inhaltliche Auskünfte steht Ihnen die Programmbereichsleitung "Schiffe als Wissensspeicher" zur Verfügung.

Die Vergütung erfolgt nach dem TV-L abhängig von Ihrer Qualifikation bis maximal zur Entgeltgruppe 13. Neben den üblichen Leistungen, die mit denen des öffentlichen Dienstes vergleichbar sind, legen wir besonderen Wert auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Die Stelle ist grundsätzlich für Teilzeit und mobiles Arbeiten geeignet.

Das Deutsche Schifffahrtsmuseum (DSM) strebt in allen Bereichen nach Geschlechtergerechtigkeit und Chancengleichheit. Daher begrüßen wir alle qualifizierten Bewerbungen - unabhängig von Geschlecht, Nationalität, ethnischer und sozialer Herkunft, Religion oder Weltanschauung, Behinderung, Alter oder sexueller Identität. Bewerbungen von Menschen mit Migrations-hintergrund werden ausdrücklich begrüßt. Schwerbehinderten Bewerberinnen und Bewerbern wird bei im Wesentlichen gleicher fachlicher und persönlicher Eignung der Vorrang gegeben.

Bitte reichen Sie nur Kopien ein, da diese aus Kostengründen nicht zurückgesendet werden. Sofern Ihnen eine schriftliche Ablehnung zugeht, werden Ihre Unterlagen bis zum Ablauf der Frist gemäß §15 Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG) aufbewahrt und anschließend vernichtet.