Referent*in für Advocacy und Lobbyarbeit

Bundesfachverband Minderjährigkeit und Flucht e.V. – Berlin

Seit 1998 setzt sich der Bundesfachverband Minderjährigkeit und Flucht (BuMF) e.V. für geflüchtete Kinder, Jugendliche und junge Volljährige ein. Als gemeinnütziger Verein agieren wir unabhängig und stehen parteiisch an der Seite der jungen Menschen. Wir bieten Informationen und Hilfestellungen und eröffnen Debattenräume für geflüchtete junge Menschen, Fachkräfte und ehrenamtlich Aktive. Unser Ziel ist, dass junge geflüchtete Menschen die gleichen Rechte wie alle anderen jungen Menschen erhalten. Sie müssen ohne Angst vor Rassismus und sonstigen Formen der Diskriminierung und Benachteiligung aufwachsen können und gerechte Möglichkeiten erhalten, diese Gesellschaft mitzugestalten. Wir verstehen Soziale Arbeit als Menschenrechtsprofession. Den ethischen und politischen Bezugsrahmen unserer Arbeit bilden die Kinderrechte.

Zum Projekt

Mit dem Projekt „AnKiTei – Ankommen, Kindeswohl und Teilhabe: Fachkräfte befähigen, junge Menschen stärken“ setzt sich der BuMF dafür ein, die Rechte, den Schutz und die gesellschaftliche Teilhabe geflüchteter Kinder, Jugendlicher und junger Volljähriger nachhaltig zu stärken. Im Mittelpunkt steht die Qualifizierung von Fachkräften sowie die Verbesserung struktureller Rahmenbedingungen für ein gelingendes Ankommen und Aufwachsen junger geflüchteter Menschen.

Ein zentraler Schwerpunkt des Projekts ist die Begleitung und fachpolitische Einordnung der Umsetzung der Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS). Die Auswirkungen der Reform auf junge geflüchtete Menschen werden aus kinderrechtlicher Perspektive analysiert und für die Praxis der Kinder- und Jugendhilfe aufbereitet.

Durch Fachveranstaltungen, Qualifizierungsangebote, Vernetzungsarbeit und Wissensaufbereitung bringt das Projekt Praxiserfahrungen sowie die Perspektiven junger geflüchteter Menschen in fachliche und politische Diskurse ein. Ziel ist es, die Umsetzung der GEAS-Reform kritisch zu begleiten und auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene zu einer kinderrechtsbasierten Ausgestaltung von Flucht-, Integrations- und Jugendhilfepolitik beizutragen.

Für diesen Arbeitsbereich suchen wir eine Person, die politische Entwicklungen analysiert, fachpolitische Positionen entwickelt und den Austausch mit Politik, Verwaltung, Fachverbänden und Zivilgesellschaft gestaltet.

Aufgaben

  • Entwicklung von fachpolitischen Positionierungen, Stellungnahmen, Hintergrundpapieren und weiteren Advocacy-Materialien.
  • Vertretung der Interessen geflüchteter Kinder, Jugendlicher und junger Volljähriger gegenüber Politik, Verwaltung und Fachöffentlichkeit.
  • Aufbau und Pflege von Netzwerken mit politischen Entscheidungsträger*innen.
  • Fachliche Zusammenarbeit mit und Vertretung von politischen Positionen gegenüber Bundesministerien und Bundestag im Hinblick auf die genannten Schwerpunktthemen sowie Zusammenarbeit mit Journalistinnen, Medienvertreterinnen, übergreifenden Meinungsbildner*innen.
  • Konzeption und Durchführung von Veranstaltungen (z.B. runde Tische, parlamentarische Frühstücke, Podiumsdiskussionen etc.) und politischen Dialogprozessen.
  • Enge Zusammenarbeit mit den weiteren Projektmitarbeitenden und Einbettung der Advocacy Arbeit in die BuMF Geschäftsstelle.
  • Projektadministration, Dokumentation und Berichtswesen.

Kompetenzen & Erfahrungen

  • Abgeschlossenes Studium der Sozialwissenschaften, Politikwissenschaft, Sozialen Arbeit, Rechtswissenschaften oder einer vergleichbaren Disziplin
  • Fundierte Kenntnisse zu Flucht, Migration, Kinder- und Jugendhilfe sowie Kinderrechten
  • Erfahrung in Advocacy-, Lobby-, Kampagnen- oder politischer Interessenvertretungsarbeit
  • Fähigkeit Themen, Prozesse und Entwicklungen politisch einzuordnen und konzeptionell weiterzuentwickeln
  • Kommunikationsstärke, Medienkompetenz und sehr gute Fähigkeiten im Aufbau und in der Pflege strategischer Beziehungen zu relevanten Akteur*innen
  • Proaktivität und Eigeninitiative; Eigenständigkeit und strategisches Planen der eigenen Arbeitsschritte, um kurzfristige Ad-hoc-Entwicklungen und das langfristige Vorantreiben strategischer Themen zu balancieren
  • Ausgeprägte schriftliche und mündliche Kommunikationsfähigkeit
  • Auseinandersetzung mit Rassismus, weiteren Diskriminierungsformen und eigener Positionierung
  • Autonome Arbeitsweise sowie Team-, Kritik- und Kommunikationsfähigkeit
  • Kenntnisse der deutschen Sprache mindestens auf C1-Niveau (GER). Kenntnisse weiterer Sprachen sind willkommen.

Wünschenswert

  • Erfahrung in der Arbeit mit geflüchteten jungen Menschen
  • Erfahrung in Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
  • Bestehende Netzwerke in den Bereichen Kinder- und Jugendhilfe, Migration, Menschenrechte oder Demokratieförderung.

Rahmenbedingungen

  • Die Stelle umfasst 20 Wochenstunden und ist befristet bis zum 30.06.2029 (Projektende). Eine Erweiterung des Stundenumfangs ist perspektivisch möglich, vorbehaltlich der Bewilligung bzw. Verfügbarkeit zusätzlicher Projektmittel.
  • Die Entlohnung erfolgt in Anlehnung an TVöD Bund (Entgeltgruppe 12); die Einstufung richtet sich nach der einschlägigen Berufserfahrung.
  • Die Stelle umfasst Dienstreisen innerhalb Deutschlands.
  • Die Stelle setzt die Bereitschaft zur Arbeit im Team voraus.
  • Es wird die Bereitschaft vorausgesetzt, nach den Kinderschutz-Standards des BuMF e.V. zu arbeiten. Bei einer Einstellung wird ein erweitertes Führungszeugnis benötigt.
  • Die Geschäftsstelle arbeitet in hierarchiearmen Strukturen. In allen Bereichen werden wichtige Entscheidungen gemeinsam von Team und Vorstand getroffen.
  • Als kleiner Fachverband arbeiten wir bereichsübergreifend und unterstützen uns gegenseitig bei anfallenden Aufgaben. Daher setzen wir die Bereitschaft voraus, neben den projektbezogenen Tätigkeiten auch Aufgaben des Verbandsalltags und gemeinsame Arbeitsprozesse mitzutragen.
  • Die Geschäfts- und Arbeitsstelle hat einen barrierearmen Zugang und befindet sich in Berlin-Steglitz. Es besteht die Möglichkeit zum Teil im Homeoffice zu arbeiten.

Wir wollen bestehenden gesellschaftlichen Benachteiligungen aktiv entgegenwirken, im Sinne einer positiven Maßnahme und zum Ausgleich bestehender Nachteile (§5 Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz). Ausdrücklich ermutigen wir Menschen mit Migrations- und Fluchterfahrung, Schwarze Menschen und People of Colour dazu, sich zu bewerben.

Wir arbeiten mit einem anonymisierten Bewerbungsverfahren. Zur Bewerbung nutzen Sie bitte ausschließlich den hierfür vorgesehenen Bewerbungsbogen, der hier auf unserer Website herunterzuladen ist. Bitte senden Sie diesen ausgefüllt unter dem Betreff „AnKiTei Advocacy“, per E-Mail zurück. Die Bewerbungsgespräche finden in den Kalenderwochen 29 und 30 in unserer Geschäftsstelle in Berlin-Steglitz statt. Für Rückfragen erreichen Sie uns per E-Mail.

Datenschutzerklärung

Der Bundesfachverband Minderjährigkeit und Flucht e.V. erhebt und verarbeitet die personenbezogenen Daten von Bewerberinnen zum Zwecke der Abwicklung des Bewerbungsverfahrens. Die Verarbeitung erfolgt auch auf elektronischem Wege. Schließt der Bundesfachverband Minderjährigkeit und Flucht e.V. einen Anstellungsvertrag mit einereinem Bewerberin, werden die übermittelten Daten zum Zwecke der Abwicklung des Beschäftigungsverhältnisses unter Beachtung der gesetzlichen Vorschriften gespeichert. Wird kein Anstellungsvertrag mit demder Bewerber*in geschlossen, so werden die Bewerbungsunterlagen spätestens zwei Monate nach Bekanntgabe der Absageentscheidung gelöscht, sofern einer Löschung keine sonstigen berechtigten Interessen des Bundesfachverbands Minderjährigkeit und Flucht e.V. entgegenstehen. Sonstiges berechtigtes Interesse in diesem Sinne ist beispielsweise eine Beweispflicht in einem Verfahren nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG).